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Liv Schlüter.

Wenn Patisserie zur Vision wird

Die deutsche Patissière Liv Schlüter hat sich mit gerade einmal 26 Jahren bereits eine bemerkenswerte Karriere in der Spitzengastronomie aufgebaut. Als Mitgründerin von Patisserie Lumière steht sie für eine neue Generation von Köchinnen, Köchen und Patissiers, die nicht nur von Handwerk und Kreativität angetrieben werden, sondern auch von dem Wunsch, eine neue Kultur in der Küche zu schaffen.

Livs Geschichte beginnt lange vor Michelin-Restaurants und exklusiven Kundinnen und Kunden. Sie beginnt in ihrem Elternhaus in Köln.

Eine Kindheit mit Essen im Mittelpunkt

Essen war in Liv Schlüters Familie schon immer ein zentraler Bestandteil des Zusammenlebens. Die Wochenenden verbrachte die Familie auf lokalen Märkten, wo frische Zutaten eingekauft und gemeinsam gekocht wurden.

„Das war immer etwas, das wir als Familie zusammen gemacht haben“, erzählt sie. „Meine Eltern hatten gerne Gäste. Oft waren Freundinnen und Freunde bei uns zu Besuch, es gab gutes Essen und guten Wein. Dort habe ich sowohl das Kochen als auch Gastfreundschaft gelernt.“

Mit zwölf Jahren kam sie durch ein Schulpraktikum zum ersten Mal in eine professionelle Küche und das Erlebnis hinterließ einen bleibenden Eindruck. Dort spürte sie die Energie, das Tempo und das Gemeinschaftsgefühl in der Küche und merkte schnell, dass genau das die Welt war, zu der sie gehören wollte.

„Ich habe gesehen, wie große Küchen funktionieren, und ich habe es geliebt. Mit gutem Essen kann man Menschen sofort glücklich machen. Da wusste ich, dass ich nicht einfach nur in der Schule sitzen wollte. Ich wollte etwas erschaffen.“

Den Schritt wagen

Mit 17 Jahren war sie bereit, den nächsten Schritt zu gehen. Sie ging ins Michelin-Restaurant Maibeck, zeigte Fotos von den Gerichten, die sie zuhause selbst gekocht hatte, und bat um eine Chance.

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Liv Schlüter

Ich habe Fotos von meinen Gerichten gezeigt und gesagt: Ich möchte gerne bei euch arbeiten.

Sie bekam den Job. Liv begann in der Patisserie und fand schnell ihre Richtung. Während in der warmen Küche Tempo und Präzision gefragt waren, bot ihr die Patisserie Raum für ruhigere Kreativität.

„Für mich ist Patisserie wie Zeichnen. Es ist Kunst. Man hat Zeit nachzudenken, etwas aufzubauen und ein Werk zu erschaffen.“

Wenn die Zutaten für sich selbst sprechen

Die Arbeit in Fine Dining Küchen prägte nicht nur ihre Technik, sondern auch ihre Sicht auf das Kochen. Ein Prinzip begleitet sie bis heute.

„Man sollte die Zutaten nicht verstecken. Sie sollen für sich selbst sprechen. Es geht um Qualität.“

Bei Patisserie Lumière zeigt sich diese Philosophie in jedem Detail. Die Aromen sind klar und ausgewogen, sodass jede einzelne Zutat für sich stehen kann.

Dinge anders machen

Hinter der Ästhetik der Fine Dining Welt erlebte Liv Schlüter schon früh auch den rauen Ton und die intensive Atmosphäre, die professionelle Küchen oft prägen.

„Küchen können sehr laut und hart sein. Damit hatte ich am Anfang Schwierigkeiten“, erzählt sie.

Anstatt das einfach zu akzeptieren, begann sie, neue Wege zu denken. Gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Fabian Scheithe gründete sie Patisserie Lumière mit dem Wunsch, Dinge anders zu machen.

Das Unternehmen unterstützt Restaurants und Hotels mit exklusiven Desserts, damit der Druck in den Küchen reduziert werden kann, ohne Kompromisse bei der Qualität einzugehen. Ziel ist es nicht nur, hochwertige Produkte zu schaffen, sondern auch bessere Bedingungen für die Menschen dahinter.

Wenn Kreativität auf Design trifft

Für Liv Schlüter war Kreativität nie nur auf den Teller beschränkt. Schon als Kind saß sie mit Papier und Schere da und entwarf ihre eigene Kleidung. Dieser kreative Drang begleitet sie bis heute in allen Bereichen ihres Lebens und ihrer Arbeit. 

Heute zeigt sich das auch in der Zusammenarbeit mit Kentaur, bei der sie ihre eigene Kochjacke mitgestaltet.

„Ich habe es schon immer geliebt, Dinge zu erschaffen, nicht nur Essen, sondern auch Design. Es fühlt sich ganz natürlich an, das jetzt miteinander zu verbinden.“

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Funktion und Komfort in der Küche

Für sie ist Arbeitskleidung ein wichtiger Teil des Küchenalltags.

„In der Küche ist man ständig in Bewegung und arbeitet lange Tage. Die Kleidung muss sich leicht und flexibel anfühlen, fast wie Sportswear, aber trotzdem sauber und elegant aussehen.“

Die Passform spielt dabei eine wichtige Rolle, besonders als Frau in einer Branche, in der Arbeitskleidung traditionell nicht mit Blick auf Frauen entworfen wurde.

„In zu großen Jacken fühlt man sich schnell versteckt. Es ist wichtig, dass die Kleidung zum Körper passt und sich richtig anfühlt.“

Besonders wichtig ist ihr die Balance zwischen Ästhetik, Funktionalität und Verantwortung.

„Es geht nicht nur um das Aussehen. Es geht auch um Qualität und Nachhaltigkeit, und genau das ist auch für unsere eigene Arbeit sehr wichtig.“

Die Träume hören hier nicht auf

Patisserie Lumière wurde erst vor zwei Jahren gegründet, doch die Marke hat bereits eine klare Identität. Gemeinsam mit Fabian Scheithe hat Liv Schlüter eine Welt geschaffen, die Präzision und Persönlichkeit miteinander verbindet.

Ihre Zusammenarbeit vereint ihre schnelle Kreativität mit seinem strukturierten Ansatz, sodass Ideen mit Energie und Fokus weiterentwickelt werden.

Trotz ihres frühen Erfolgs hat Liv weiterhin große Ambitionen. Ein Wunsch steht dabei besonders im Mittelpunkt.

„Ich träume davon, meine eigene Patisserie zu eröffnen. Einen Ort, an den Menschen kommen können, um zu erleben, was wir machen. Vielleicht wird das unser nächster Schritt.“

Für alle, die von einer Karriere in der Küche träumen, hat sie einen einfachen, aber ehrlichen Rat.

„Nimm dir Zeit. Konzentriere dich auf das, was dich glücklich macht, und verfolge deinen Traum auf deine eigene Weise.“

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